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Pink Money - Wirtschaftsfaktor Homosexualität

Von epv.service-Mitarbeiterin Annina Ligniez

Der schwule Buchladen nebenan, das Frauenferienhaus auf Kreta, das "rosa" Stadtmagazin. Inzwischen gibt es nicht nur Buchläden oder Reiseveranstalter, sondern auch bekennend homosexuell lebende Versicherungsmakler, Rechtsanwälte, Unternehmensberater etc., die ihre Dienste oft speziell für Menschen der Szene anbieten.

Auch innerhalb der Werbung hält das "Schwulsein" Einzug: So muss sich nicht mehr die liebende Mutti hinter dem Herd abmühen, sondern ein gutaussehender, junger Mann erleichtert sich die Vorbereitungen für einen schönen Abend mit seinem Freund mit Hilfe der "Iglo Tiefkühlkost". In einem anderen Werbespot wird uns die "Lösung des Problems" offenbart: Setze einen Transvestiten in das richtige Auto - und schon mutiert er zum "wahren Heteromann". Wozu also langatmige und zeitaufwendige Therapien, wenn es so einfach gehen kann? War da vielleicht der Wunsch Vater des Gedankens?

Für den Tourismus ist die Gay- und Lesbian-Szene inzwischen eine lukrative Zielgruppe, da diese zumeist mehr Geld in Urlaub und Freizeitgestaltung investieren als Heterosexuelle. Nach den Ergebnissen einer kürzlich veröffentlichten Marktforschung des Münchner Fremdenverkehrsamtes bringen jährlich homosexuelle Touristen 600 Millionen Mark nach München.

Was die "rosa" Finanzberatung betrifft sieht es weitaus schlechter aus. So greift man(n) dem schwachen Geschlecht bekanntlich gerne unter die Arme, wenn es um die Regelung seiner Finanzen geht. "Geld tut Frauen gut" oder "Frauen brauchen Geld. So managen sie ihre Finanzen in jeder Lebenslage" - vielversprechende Titel, die frau dringend gelesen haben sollte. Finanzhandbücher aber speziell für lesbische Frauen gibt es nicht. Dabei besteht nicht erst seit der Diskussion um die "eingetragene Lebenspartnerschaft" ein besonderer Regelungsbedarf hinsichtlich finanzieller Angelegenheiten innerhalb gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften.

Darauf reagierte dieses Jahr Birgit Bosold, Mitarbeiterin bei "das finanzkontor" in Berlin, und hielt im Juni ein Seminar ab mit Themen wie gegenseitige Absicherung, Altersvorsorge, homofreundliche Finanzdienstleistungen in Deutschland und den USA etc. "Interesse an dem Thema ist soviel vorhanden, daß wir es fest in unseren Veranstaltungskalender aufnehmen werden", meinte die Finanzberaterin.


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