Was sagen der Evangelische und Katholische Erwachsenenkatechismus zum Thema?
Evangelischer Erwachsenenkatechismus:
"[...] Noch bis vor kurzem bewertete auch die evangelische Kirche die Homosexualität als eine Perversion, die auf einer sexuellen Fehlentwicklung beruhe. [...] Respekt vor dem Sexualpartner und vor allem vor dessen Selbstbestimmung sind auch hier (in gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften, Anm. der Redaktion) entscheidende Vorraussetzungen.
[...] Der biblische Befund schließt es im Grunde aus, Homosexualität neben der Heterosexualität als gleichrangige Form menschlichen Sexualverhaltens anzusehen. Allerdings ist - wie an vielen anderen Punkten auch - davon auszugehen, dass die biblischen Zeugen geurteilt haben aufgrund der Kenntnisse, die damals zur Verfügung standen. Dem stehen heute oft gut gesicherte Einsichten über Zusammenhänge und Ursachen der Homosexualität gegenüber.
[...] Umstritten ist die Frage, wie homophilen Menschen im Raum der Kirche Anerkennung verschafft werden kann. Auf jeden Fall haben sie vorbehaltlos Anspruch auf seelsorgerliche Begleitung, die sich im Raten und Mahnen, im Trösten und Ermutigen zu einem Leben aus der Liebe Gottes erweist. Darüber hinaus befürworten einige im individuell-seelsorgerlichen Bereich auch eine "segnende Begleitung" homophiler Menschen.
Abgelehnt wird die öffentliche Segnung einer homosexuellen Beziehung in einem Gottesdienst. Die gottesdienstliche Segnung der Ehe betont die besondere Verheißung, die nach der Bibel auf diesem Bund der Partnerschaft liegt."
(EKK, 2000, Printausgabe)
Katholischer Erwachsenenkatechismus:
"[...] Homosexualität ist ein vielschichtiges Phänomen. [...], (Es ist) zwischen homosexueller Prägung und homosexuelle Handlungen zu unterscheiden. [...]Homosexualität bringt im Vergleich zur Heterosexualität Beeinträchtigungen mit sich. Bereits die Anatomie der menschlichen Geschlechtlichkeit weist auf die Zweigeschlechtlichkeit hin. Homosexuelle Handlungen schließen eine volle geschlechtliche Polarität wie auch die Zeugung von Nachkommenschaft grundsätzlich aus. Der gleichgeschlechtlichen Beziehung haftet somit Unfruchtbarkeit an.
Unter dieser Rücksicht empfindet auch der Homosexuelle seine Prägung als Anderssein, selbst wenn er sich allmählich mit seiner Vorgegebenheit abfindet. Von der Schöpfungsordnung und vom Schöpfungsauftrag Gottes an Mann und Frau her kann Homosexualität nicht als eine der Heterosexualität gleichwertige sexuelle Prägung angesehen werden.
Der eigentliche Raum der vollen Geschlechtsgemeinschaft ist nach dem Verständnis der Bibel die Ehe zwischen Mann und Frau, und die Keimzelle der menschlichen Gesellschaft ist die Ehe. [...] In sittlicher Hinsicht ist es für homosexuell veranlagte Menschen wichtig, dass sie sich bemühen, sich nicht von ihrer Sexualität beherrschen zu lassen, sondern sie bewusst humanen Wertvorstellungen und Zielsetzungen einzuordnen. Dabei müssen sie vor allem andere in ihrer Personwürde achten und dürfen sie nicht als Mittel zur eigenen Triebbefriedigung missbrauchen. Sie müssen vermeiden, durch ihr Verhalten Anstoß zu erregen und andere zu verführen. Sie "sind berufen, in ihrem Leben den Willen Gottes zu erfüllen und, wenn sie Christen sind, die Schwierigkeiten, die ihnen aus ihrer Veranlagung erwachsen können, mit dem Kreuzesopfer des Herrn zu vereinen" (KKK 2358).
In der Gesellschaft ist es allen Menschen aufgegeben, homosexuell veranlagten Menschen Verständnis entgegenzubringen. Diffamierung und Herabsetzung treibt sie in eine unerträgliche Situation und erschwert ihnen die Kommunikation. Die Christen sind aufgerufen, homosexuellen Menschen pastorale Hilfe anzubieten. Eine kirchliche Anerkennung als Institution können gleichgeschlechtliche Partner nicht erlangen."
(KKK, S. 386f., Onlineausgabe)
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