Was ist der Christopher Street Day (CSD)?
27./28. Juni 1969, die Christopher Street im New Yorker Stadtteil Greenwich Village. Am Abend dieses Freitages trifft sich nach der Beerdigung Judy Garlands eine Trauergemeinde im Stonwall Inn einer Kneipe, in der Tunten, Transen und Latinos schon immer friedlich vereint ihr Bier tranken. Judy Garland, die mit ihrem Lied "Somewhere over the Rainbow" aus dem Film "The Wizard of Oz", zum gefeierten Idol der amerikanischen Schwulen- und Lesbenbewegung geworden war, hatte sich am 22. Juni 1969 mit einer Überdosis Schlaftabletten das Leben genommen.
In die Versammlung der Trauernden platzt die Polizei: Neun zivil gekleidete Polizisten wollen das Lokal unter dem Vorwand schließen, es sei unerlaubt Schnaps ausgeschenkt worden.
Der Barkeeper, der Türsteher und drei Transvestiten werden festgenommen. Die Situation eskaliert und es entwickelt sich eine Straßenschlacht, an der ca. 400 Menschen beteiligt sind. Erst als weitere Streifenwagen zur Unterstützung nahen, zerstreut sich die aufgebrachte Menge. Ein Jahr später am 28. Juni 1970 findet in New York die erste Christopher-Street-Demonstration statt.
In den USA entwickelten sich seitdem die CSDs sehr
schnell. So marschierten bereits 1974 über 40.00 Teilnehmer, 1977 bereits
75.000 bei den Demonstrationen mit. In Deutschland gehen erstmalig im Jahr
1979 Schwule und Lesben unter dem Namen "Christopher Street" oder auch
"Stonewall" auf die Straßen. Inzwischen finden jährlich in allen großen
deutschen Städten - beispielsweise in Berlin, Köln und München -
CSD-Paraden statt.
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