Homosexualität und die Bibel
Denn ihr seid alle durch den Glauben Gottes Kinder in Christus Jesus. [...] Hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt in Christus Jesus."
Gal 3, 26-28
Das Thema Homosexualität in der Bibel ist eines der schwierigsten, wenn Vertreter der christlichen Kirchen die kirchliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Liebe diskutieren. Dabei geht es nicht nur um die Diskussion alt- und neutestamentlicher Textstellen, die Homosexualität verurteilen, sondern auch um die grundlegende Frage, inwieweit die Heilige Schrift in ihrer Gesamtheit heute noch Gültigkeit und Verbindlichkeit für die Kirchen besitzt. Neben historisch-kritischer Exegese gibt es Lehrmeinungen, welche die Bibel wortwörtlich verstanden wissen wollen und die Aussagen von damals auch heute noch für voll gültig erklären.
Untersucht man Altes und Neues Testament auf Stellen, die Homosexualität ansprechen, fällt auf, dass weibliche Homosexualität kein einziges Mal thematisiert wird. Weder die alttestamentlichen Propheten, noch Jesus selbst äußern sich zur Homosexualiät. Neben der grundlegenden Aussage in Gen 1,27f., dass Gott den Menschen als "Mann und Frau" schuf und ihnen den Auftrag gab "seid fruchtbar und mehret euch", sind Lev 18, 22 ("Du sollst nicht bei einem Mann liegen, wie bei einer Frau; es ist ein Greuel.") und Lev 20, 13 ("Wenn jemand bei einem Manne liegt wie bei einer Frau, so haben sie getan, was ein Greuel ist, und sollten beide des Todes sterben; Blutschuld lastet auf ihnen.") zu erwähnen.
In weiterem Sinne kann man auch die Erzählung aus Gen 19, 4-13 anführen: Lot, der in Sodom wohnt, bekommt Besuch von zwei Boten Gottes (Engeln) und nimmt diese gastfreundlich bei sich auf. Männer aus der Stadt fordern die Herausgabe der zwei Engel mit den Worten "Wo sind die Männer, die heute Abend zu dir gekommen sind? Heraus mit ihnen, wir wollen mit ihnen verkehren". (Text der Einheitsübersetzung). Die Engel strafen die Männer mit Blindheit und fordern Lot auf die Stadt zu verlassen, weil sie "diesen Ort vernichten; denn schwer ist die Klage, die über die Leute zum Herrn gedrungen ist. Der Herr hat uns geschickt, die Stadt zu vernichten". (Text der Einheitsübersetzung)
Im Neuen Testament stehen drei Texte, die sich mit Homosexualität befassen: Röm 1, 18-27; 1 Kor 6, 9-10; 1. Tim 1, 9-10.
Die Beurteilung der Texte ist sehr unterschiedlich und die Meinungen gehen oft sehr weit auseinander.
- Leo Volleth, evangelischer Pfarrer aus Ismaning, war mehrere Jahre Mitglied des Bundesvorstandes der HuK (Homosexuelle und Kirche): Hier sein Votum.
- Der Bonner Klinikseelsorger Ulrich Eibach äußerte sich u.a. 1999 im Deutschen Allgemeinen Sonntagsblatt (DAS) zum Thema: Hier sein Artikel.
- Das DAS eröffnete daraufhin ein Leserforum, in welchem heftig diskutiert wurde.
- Auf der Homepage des Schweizer Pfarrers Jakob Vetsch findet sich ein Vortrag von Frank Lorenz, ehemaliger Leiter der Projektstelle für alternative Lebensweisen der Evangelisch-Reformierten Kirche Basel-Stadt.
- Ein Plädoyer für einen vernünftigen Umgang mit der
Schrift gibt der evangelische Theologieprofessor Michael Theobald aus
Tübingen.
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