Was versteht man unter ehrenamtlicher Arbeit?
Schlägt man im Großen Duden nach, so findet man unter dem Stichwort "Ehrenamt" folgenden Eintrag: "Öffentliches - unentgeltliches Amt in Verbänden oder Verwaltungen, Aufwandsentschädigung jedoch üblich". Keine sehr griffige und eindeutige Definition, aber sie spiegelt die Vielfalt ehrenamtlicher Tätigkeit wider: Obdachlose versorgen, Krankenbesuche im Altenheim, Orgel spielen in einer Gemeinde, der Löscheinsatz bei der Freiwilligen Feuerwehr oder Trainer des ortsansässigen Fußballvereins - das Betätigungsfeld Ehrenamtlicher ist fast grenzenlos.
Gemeinsam sind aber allen Tätigkeitsfeldern folgende Grundmerkmale:
- Freiwilligkeit
- Unentgeltlichkeit
- Engagement für andere.
Freiwilligenarbeit gibt es schon sehr lange. Früher missbrauchte die Sozialpolitik sie aber manchmal als Retter bei knappen Kassen, denn Ehrenamtliche konnten manche gesellschaftlich relevante Aufgabe menschlich, unbürokratisch und vor allem auch kostengünstig lösen.
In den vergangenen Jahren hingegen entwickelte sich ein neuer Ehrenamtsbegriff: Das "Neue Ehrenamt" legitimiert sich nicht mehr nur durch christliche Grundwerte wie Nächstenliebe oder Menschenliebe, sondern ist zumeist durch konkrete, persönliche Betroffenheit motiviert. Die Ehrenamtlichen arbeiten nicht mehr ausschließlich für andere, sondern unter dem Gesichtspunkt, auch für sich selbst etwas zu tun: Sie können ihre individuelle Interessen verwirklichen und eigene Fähigkeiten und Kompetenzen entfalten.
Im Internationalen Jahr der Freiwilligen, das die UNO für das Jahr 2001 ausgerufen hat, starten viele verschiedene Aktionen, um den Wert des Ehrenamtes in der Gesellschaft noch mehr hervorzuheben und noch mehr Freiwillige zu gewinnen. So z.B. die Aktion der Bundesregierung unter dem Motto "Was ich kann, ist unbezahlbar!"
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