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Reaktionen auf katholischer Seite:


Bischof Karl Lehmann, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz:

[...] Ich habe in der weniger öffentlichen ökumenischen Arbeit bei den jahrelangen Arbeiten [...] schon viel schwierigere Krisen erlebt. Wer nicht mit Rückschlägen rechnet und nicht glaubt, dass der Gottesgeist stärker ist als trennende Tendenzen, soll lieber die Finger von der Ökumene lassen. Ökumene braucht mitten in allem Streit unentwegten Mut. Dies überschreitet menschliche Kraft allein. Darum muss auch unser Gebet um die Einheit viel stärker werden. [...].

(Rheinischer Merkur)


Erklärung der Altkatholischen Kirche:

"Aus dem Dokument spricht ein Geist, der in höflicher Verpackung bei den anderen Kirchen Defizite und Fehlentwicklungen brandmarken zu dürfen meint, sich selbst aber für irrtumslos hält. Wie viele Menschenleben dieser Geist [...] schon zerstört hat, bleibt dabei - wie so oft - unerwähnt."

(06.09.2000, Presseerklärung des Katholischen Bistums der Alt-Katholiken Deutschlands)


Bischof Walter Kasper, Sekretär des Päpstlichen Einheitsrates zur Förderung der Christenheit:

Dominus Iesus ist nach der Auffassung von Bischof Walter Kasper keine "umfassende Darlegung der katholischen Auffassung zu den Fragen der Ökumene". Er bedauere sehr, dass sich Menschen anderer Konfessionen durch die Erklärung "vor den Kopf gestossen und verletzt" fühlen. Kasper nannte es falsch, in der Erklärung das Ende des ökumenischen Dialogs zu sehen. Zwar gebe es "Irritationen", doch sei es gerade im Sinne von Papst Johannes Paul II., das Gespräch mit den anderen Religionen weiterzuführen.

(19.09.2000, KNA-Bayerischer Dienst)


Helmut Hoping, Professor für katholische Dogmatik und Liturgiewissenschaften an der Universität Freiburg i. Br.:

"[...] Hinter der Frage, ob die nichtkatholischen Kirchen von katholischer Seite legitim als "Kirchen" angesprochen werden können, steht mehr als nur ein Streit um Worte. Denn wenn man eine christliche Gemeinschaft als "Kirche" bezeichnet, anerkennt man damit, sie besitze das, was eine Kirche zu einer Kirche macht. Doch was macht eine Kirche zur Kirche? Kirche tritt überall dort in Erscheinung, wo das Evangelium Christi verkündet und das Gedächtnis seines Todes uns seiner Auferweckung gefeiert wird. [...] das ökumenische Ärgernis der Erklärung besteht nicht darin, dass hier die katholische Kirche ihr eigenes Verständnis von der Einheit der Kirche Jesus Christi vorträgt - das ist ihr gutes Recht, sondern dass sie den nichtkatholischen Kirchen ihr Kirchesein bestreitet. [...] das Gespräch zwischen den Kirchen (geht) weiter, da es zur Ökumene keine Alternative gibt."

(Reformierte Presse Nr. 38/2000)


Bamberger Erzbischof Karl Braun:

In einer Stellungnahme sagte Braun, dass die Erklärung die Punkte benenne, die für Katholiken unaufgebbar seien. Die anderen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften mögen nun die Punkte benennen, die nach ihrem Verständnis für Kirche-Sein unverzichtbar seien. [...] Braun: "Die römisch-katholische Kirche hat sich unwiderruflich auf den Weg der Ökumene begeben. Hier gibt es kein Zurück, denn die Einheit aller Christen ist der Wille des Herrn. [...] Die Voraussetzung, dass in unserem Dialog dann tatsächlich Christus zu Wort kommt, ist allerdings, dass wir in Respekt vor dem Glauben der anderen unseren eigenen Glauben offen bekennen."

(15.10.2000, Evangelisches Sonntagsblatt für Bayern)


 
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