Reaktionen von jüdischer Seite:
Landesrabbiner Joel Berger:
Joel Berger bezeichnete die Erklärung Dominus Iesus als "schallende Ohrfeige" vor allem für die Kirchen der Protestanten (Calvinisten und Lutheraner), weist aber darauf hin, dass "wir Juden diese Erklärung nicht wortlos hinnehmen. [...] Gerechterweise muß erwähnt werden, dass in der Erklärung weder antisemitische noch antijudaiistische Aussagen zu finden sind. [...] Dennoch: Ich bin dem ehrwürdigen Kardinal Ratzinger zu Dank verpflichtet. Die Klarheit der Worte seiner Erklärung, seine "überlegten" Formulierungen und Deutungen erleichtern mir, dem von ihm geprägten und definierten katholisch-jüdischem Dialog leise Servus sagen."
(14.09.2000, Allgemeine Jüdische Wochenzeitung)
Paul Spiegel, Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland:
Paul Spiegel bewertet die Erklärung Dominus Iesus als eine "interne christliche Auseinandersetzung". Das Judentum könne auch deswegen nicht gemeint sein, "weil sich die jüdische Religion bekanntlich nicht auf Jesus beruft", erklärte Spiegel. Eine Abqualifizierung der jüdischen Religion stünde "konträr zu verschiedenen konstruktiven Äußerungen" über das Judentum, die der Papst nicht zuletzt während seiner Israel-Reise getan habe.
(dpa)
|
|
|