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Diakonie beklagt wachsenden Bürokratismus
Bayerischer Diakoniepräsident warnt vor Verlust menschlichen Antlitzes
Einen wachsenden Bürokratismus bei sozialstaatlichen Leistungen hat der bayerische Diakoniepräsident Ludwig Markert beklagt. So würden auch Qualitätsstandards in der Pflege immer lauter unter finanziellen Aspekten geführt, sagte Markert am Montag vor der bayerischen Landessynode im oberfränkischen Bad Alexandersbad. Dies bedeute eine zunehmende Verrechtlichung und Bürokratisierung menschlicher Hilfeleistung, bei der der Verlust des menschlichen Antlitzes drohe.
Der Diakoniepräsident betonte, dass die Diakonie sich auch künftig als Partnerin des Staates bei der Gestaltung des Sozialstaats verstehe. In der Auseinandersetzung mit der politischen Arbeit handele es sich dabei um eine "kritische Partnerschaft". Für die Diakonie gehe es darum, nicht nur "verlängerter Arm des Sozialstaats" zu sein.
Mit Blick auf die künftigen Aufgaben von Kirche und Diakonie rief Markert dazu auf, beide müssten wieder mehr auf die Menschen zugehen. "Wir müssen beweglicher werden", sagte er vor dem Kirchenparlament der rund 2,7 Millionen Protestanten. Zugleich warb er für ein gemeinsames Verständnis von Kirche und Diakonie. "Es könnte für Menschen in den Gemeinden hilfreich sein, wenn die Pfarrerin oder der Pfarrer wüssten, welche ihrer Gemeindeglieder zu der immer größer werdenden Gruppe der Hartz-IV-Empfänger gehören oder in welchen Familien eine Erziehungsberatung Not tun würde."
Um Arbeitslosen, Suchtkranken und Menschen in anderen sozialen Notlagen zuverlässig zur Seite stehen zu können, seien Kooperationen nötig wie Netzwerke kleiner Gruppen und die Zusammenarbeit verschiedener Einrichtungen. "Ohne den Staat aus seiner Pflicht zu entlassen, brauchen wir doch die Initiative Einzelner als Antwort auf die wachsenden sozialen Probleme", betonte der Diakoniepräsident.
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