|
Wachsamkeit gegen Rechts angemahnt
Bayerische Landessynode im Hess-Begräbnisort Wunsiedel eröffnet
Vor einem wachsenden Rechtsextremismus haben Vertreter aus Kirche und Politik zum Auftakt der bayerischen evangelischen Landessynode in Wunsiedel, dem Begräbnisort des Hitlers Stellvertreters Rudolf Hess, gewarnt. "Wir dürfen bei diesem Thema nicht stumm bleiben", sagte am Sonntagabend beim Empfang der Bürgermeister von Wunsiedel, Karl-Willi Beck (SPD). Gesellschaft und Kirchen rief er zum engagierten Eintreten und zu Wachsamkeit gegenüber rechtsextremen Tendenzen auf.
In Wunsiedel hatten sich Neonazis aus dem gesamten Bundesgebiet jahrelang anlässlich des Todestages von Hess zu großen Aufmärschen versammelt. In einer gemeinsamen Initiative von Stadt und den beiden großen Kirchen in Wunsiedel sei es gelungen, eine Änderung des Versammlungsrechts durch den Bundestag zu erreichen, sagte Beck. Bürgerschaft und Kirchengemeinden veranstalteten deshalb im vergangenen Jahr gemeinsam einen "Tag der Demokratie". Auch in diesem Jahr will das Aktionsbündnis gegen Rechts aktiv werden. Das Beispiel Wunsiedel findet laut Beck inzwischen Nachahmung in Dresden, wo im Februar ein "Fest der Demokratie" stattfand.
Die Frühjahrsversammlung der bayerischen Landessynode, die bis Donnerstag in Bad Alexandersbad tagt, war am Sonntagabend mit einem Festgottesdienst im benachbarten Wunsiedel eröffnet worden. Im Mittelpunkt der Beratungen steht das Verhältnis von Kirche und Diakonie.
|