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Landeskirchenrat weist Vorwürfe gegen Chorchef Beringer ab
Kuratoriumsvorsitzende der Windsbacher: Sänger fühlen sich "denunziert"
Der renommierte Windsbacher Knabenchor bleibt weiter in den Schlagzeilen . Der bayerische evangelische Landesbischof Johannes Friedrich und der Landeskirchenrat wiesen die erneuten Vorwürfe gegen den Chorleiter Karl-Friedrich Beringer deutlich zurück. Die "Süddeutsche Zeitung" (Samstagsausgabe) hatte den Rostocker Rechtsprofessor Bernhard Hardtung zitiert, der in einem von Sänger-Eltern in Auftrag gegebenen "Rechtsgutachten" ein "öffentliches Interesse an der Strafverfolgung" des Chorleiters sieht. Außerdem sei dem Bericht zufolge eine Faschings-CD von 2003 aufgetaucht, auf der Windsbacher Sänger verbale Entgleisungen Beringers zusammengeschnitten hätten.
Der Landeskirchenrat als Leitungsgremium der bayerischen Landeskirche informiere sich kontinuierlich über die Arbeit des international bekannten Knabenchores, teilte das Landeskirchenamt am Sonntag mit. Es habe in den letzten Monaten "keinerlei Hinweise" erhalten, dass der im Frühjahr eingeschlagene Weg zu einer neuen Kultur von Chorleiter und Chor verlassen worden sei. Wenn mit Vorwürfen, die sich auf behauptete Vorgänge von vor zwei und mehr Jahre beziehen, ein gegenteiliger Eindruck erweckt werde, sei dies nicht "nachvollziehbar".
Im Mai vergangenen Jahres hatte die Staatsanwaltschaft Ansbach die Ermittlungen des Verdachts der Misshandlung von jugendlichen Sängern gegen Beringer eingestellt. In einem ungewöhnlich aufwendigen Ermittlungsverfahren hatte die Staatsanwaltschaft mehr als 100 aktive und ehemalige Chorsänger vernommen, um die Anschuldigungen zu überprüfen.
Wie Professorin Johanna Haberer (Erlangen), Kuratoriumsvorsitzende des Windsbacher Knabenchors, am Sonntag auf epd-Anfrage sagte, habe der Zeitungs-Artikel keine neuen Sachverhalte ergeben. Elternbeirat, pädagogische Mitarbeiter und die Sänger, mit denen Haberer noch am Samstag ausführlich gesprochen habe, fühlten sich durch die Darstellung "denunziert". Es sei "sehr zu bedauern", dass die umfangreiche Ermittlungsarbeit der Staatsanwaltschaft "leichtfertig" gering geschätzt werde. Die Sänger und die pädagogischen Mitarbeiter des Windsbacher Internats behielten sich vor, mit eigenen Stellungnahmen an die Öffentlichkeit zu gehen, sagte Haberer, Professorin für christliche Publizistik an der Universität Erlangen.
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