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News - Story

Pérez Esquivel begrüßt Haftbefehl gegen Junta-Machthaber

Entscheidung als Schritt zur Gerechtigkeit gewürdigt

Von
EPD Bayern

Nürnberg - Der argentinische Friedens-Nobelpreisträger Adolfo Pérez Esquivel hat den Haftbefehl der Nürnberger Justiz gegen Ex-Staatschef Jorge Videla und andere Machthaber der ehemaligen argentinischen Militärjunta (1976-1983) begrüßt. "Gerechtigkeit kann nur auf der Basis des Rechts und nicht der Straflosigkeit entstehen", sagte Pérez Esquivel am Mittwoch in Nürnberg.

Er hoffe, dass die vom argentinischen Parlament beschlossene Aufhebung der Amnestiegesetze, die die Junta-Täter bisher vor Strafverfolgung bewahrten, vor dem Obersten Gerichtshof des Landes Bestand habe. Dann könne es auch zu Auslieferungen kommen.

Ausdrücklich würdigte der Nobelpreisträger die Verdienste der Nürnberger "Koalition gegen Straflosigkeit". Ihr sei es zu verdanken, dass die Ermittlungen der deutschen Justiz überhaupt in Gang gekommen seien. Kuno Hauck, Sprecher der "Koalition" nannte die Haftbefehle einen großen Erfolg für die Menschenrechtarbeit. "Als wir vor fünf Jahren anfingen, haben wir davon nur träumen können", sagte er dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Die "Koalition gegen Straflosigkeit" kritisierte allerdings die Einstellung des Verfahrens gegen den ehemaligen Produktionsleiter des Mercedes-Benz-Werks in Buenos Aires. Sie kündigte juristische Mittel gegen die Entscheidung an. Die Nürnberger Staatsanwaltschaft sieht auf Grund ihrer Zeugenvernehmungen den Verdacht nicht bestätigt, dass der Produktionsleiter Gewerkschafter an den Sicherheitsapparat der Junta verraten habe.

Die Koalition gegen Straflosigkeit ist ein Zusammenschluss von Nichtregierungsorganisationen, die seit 1988 zusammen mit Angehörigen von Opfern der Militärjunta für die Aufklärung der Verbrechen und die Bestrafung der Täter in Deutschland eintritt. Zu den Ermordeten zählen rund 100 Deutsche und Deutschstämmige, darunter die Studenten Elisabeth Käsemann und Klaus Zieschank.



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