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News - Story

Haftbefehl gegen argentinischen Ex-Diktator Videla

Nürnberger Justiz: Verantwortlich für Mord an deutschen Regimegegnern

Von
EPD Bayern

Nürnberg - Die Nürnberger Justiz hat Haftbefehl gegen den früheren argentinischen Militärdiktator Jorge Videla erlassen. Gegen den 78-Jährigen bestehe der "dringende Tatverdacht des Mordes in mittelbarer Täterschaft" an den deutschen Staatsbürgern Elisabeth Käsemann und Klaus Zieschank, teilte Justiz-Pressesprecher Bernhard Wankel am Mittwoch mit.

Weitere Haftbefehle richten sich gegen den früheren Marine-Oberbefehlshaber Emilio Massera (78) und den Heereschef der Region Buenos Aires Carlos Guillermo Suarez Mason (79). Die Nürnberger Staatsanwaltschaft wirft Videla und Massera die Errichtung eines Terrorregimes vor. Ziel sei die systematische Tötung politisch anders Denkender gewesen. Von Videla habe eine direkte Befehlskette zu Suarez Mason geführt, dessen Truppen die Entführungen, Folterungen und Morde in Buenos Aires ausgeführt hätten.

Die deutsche Soziologin und Studentin Elisabeth Käsemann wurde in der Nacht vom 23. auf den 24. Mai 1977 durch Nahschüsse in Genick und Rücken ermordet um die vorangegangenen Folterungen zu verdecken. Klaus Zieschank, Student an der TU München, wurde am 26. März 1976 bei Buenos Aires als so genannter "Subversiver" festgenommen und wenige Wochen später von Sicherheitskräften unter Befehl Suarez Masons erdrosselt. Seine Leiche wurde gefesselt im Meer aufgefunden. Vermutlich war sie aus einem Militärflugzeug abgeworfen worden.

Das Ermittlungsverfahren gegen den Deutschargentinier Juan T. (61), der während der Militärdiktatur Produktionsleiter des Mercedes-Benz-Werkes in Buenos Aires war, hat die Nürnberger Staatsanwaltschaft eingestellt. Ihm war vorgeworfen worden, Betriebsräte an die Sicherheitskräfte der Junta verraten und sie somit Folterungen und dem Tod ausgesetzt zu haben. Zeugenvernehmungen haben laut Staatsanwaltschaft dafür keine konkreten Anhaltspunkte ergeben.

Eingestellt hat die Staatsanwaltschaft auch ihre Ermittlungen in 17 Fällen, in denen die Opfer keine deutschen Staatsangehörigen waren. Sie verfolgt im so genannten Argentinienverfahren nun noch 14 Fälle mit insgesamt 69 Beschuldigten. Während der Juntaherrschaft 1976 bis 1983 "verschwanden" rund 30.000 Regimegegner. Auch rund 100 Deutsche und Deutschstämmige wurden ermordet.



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