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Kritische Wirtschaftslage begünstigt Pflege in
Gastfamilien
Bundestagung für psychiatrische Familienpflege in
Kloster Irsee
Von
EPD Bayern
Irsee - Je kritischer die Wirtschaftslage, desto
mehr Familien sind bereit, auch psychisch kranke Menschen
gegen Pflegegeld bei sich aufzunehmen. Doch trotz der
steigenden Nachfrage durch Gastfamilien leidet auch die
Psychiatrische Familienpflege unter dem derzeitigen
Kostendruck im Gesundheitssektor, "und das, obwohl sie die
kostengünstigste ambulante Betreuungsform ist", wie Petra
Roelofs, Leiterin des Sozialdienstes am Bezirkskrankenhaus
Kaufbeuren, betont. Die Klinik veranstaltete am Wochenende
in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für
Soziale Psychiatrie die Fachtagung für Psychiatrische
Familienpflege, die heuer erstmals in Bayern stattfand.
Im Bildungszentrum der Bayerischen Bezirke in Kloster
Irsee trafen sich dazu rund 130 Mitglieder von
Familienpflegeteams aus ganz Deutschland, Österreich und
der Schweiz. "Bayern hinkt bei der Familienpflege deutlich
hinterher", stellte Walburga Bram-Kurz vom
Bezirkskrankenhaus Kaufbeuren fest, wo man derzeit zehn
Gastfamilien betreut. In Schwaben wird Familienpflege
bislang nur noch vom Diakonischen Werk in Augsburg
angeboten.
Untersuchungen hätten ergeben, dass chronisch psychisch
kranke Menschen durch das Leben in Gastfamilien in ihrem
Gesundheitszustand stabilisiert werden, oft weniger
Medikamente brauchen und weniger oft zur Krisenintervention
in eine Klinik müssen, sagt Petra Roelofs. Heinz
Deger-Erlenmeier vom Bezirkskrankenhaus Kaufbeuren
kritisierte bei der Tagung, dass psychisch Kranke bei ihrer
Ursprungsfamilie leben, die "oft bis an ihre
Belastungsgrenzen" für den Kranken da sind, im bisherigen
System aber kaum Anerkennung oder gar einen finanziellen
Ausgleich für ihren Einsatz bekämen.
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