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Kroll kümmert sich um psychisch Kranke
Abendmahls-Priester wechselt zur
Arbeiterwohlfahrt
Von
EPD Bayern
Grosshabersdorf - Der wegen seiner Teilnahme am evangelischen
Abendmahl in Ungnade gefallene katholische Priester
Bernhard Kroll wird ab Januar psychisch Kranke im einem
Heim der Arbeiterwohlfahrt in Ingolstadt betreuen. Er wolle
"Abstand gewinnen und gucken wie es weitergehen kann",
sagte der 42-Jährige am Sonntag beim Abschied von seiner
Kirchengemeinde Großhabersdorf-Dietenhofen
(Mittelfranken).
Nach seiner Abendmahlsteilnahme am Rande des
Ökumenischen Kirchentags im Frühjahr in Berlin war Kroll
vom Eichstätter Bischof Walter Mixa wegen "verbotener
Gottesdienstgemeinschaft" beurlaubt worden. Fünf Monate
lang durfte er sein Priesteramt nicht ausüben. Erst nach
vielen Gesprächen erzielten der Bischof und der Priester
Ende September eine Übereinkunft, die Kroll die Rückkehr in
seine Gemeinde ermöglicht hätte. Er verzichtete jedoch
darauf.
Beim Abschied in Großhabersdorf gab es Bedauern über
Krolls Weggang und Anerkennung für seine entschiedene
ökumenische Haltung. Er habe einen "mutigen Schritt in die
absolut richtige Richtung" getan, bescheinigte ihm der
Dietenhofener Bürgermeister Heinz Henninger.
Solidaritätsbekundungen gab es auch von den evangelischen
Nachbarpfarrern Otto Schrepfer (Großhabersdorf) und Jürgen
Lehner (Dietenhofen).
"Sie haben öffentlich getan, was viele heimlich tun",
lobte Lehner. Kroll habe nicht mit dogmatischen
Formulierungen jongliert, sagte Schrepfer. Sein Verdienst
sei es, dass die Christen in Großhabersdorf aufeinander
zugingen. Während Krolls Beurlaubung hatte seine Gemeinde
stets zu ihm gestanden. Über die genauen Gründe, die ihn
trotzdem zum Verzicht auf das Gemeindepfarramt bewogen,
äußerte er sich auch bei seinem Abschied nicht.
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